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JUCHUH, endlich bin ich wieder da

Liebe Freunde, jetzt habt Ihr so lange nichts mehr von mir gehört, dass ich wirklich Sorge habe, Ihr könntet mich vergessen haben.

Ich hoffe mal, dass es nicht so ist und Ihr Euch zumindest ein wenig freut, dass ich wieder aus der Versenkung auftauche.


Ihr glaubt gar nicht, was in den letzten Monaten bei uns los war, - das reinste Chaos ist in unser Leben eingefallen.


Angefangen hat es mit diesem blauen Ungeheuer, das Mitte Oktober plötzlich in unserer Einfahrt stand. Von dem Moment an sind wir nicht mehr zur Ruhe gekommen, denn unsere Zweibeiner waren vollauf damit beschäftigt, dieses Ding mit allem möglichen aus Haus und Garage zu befüllen, - wochenlang! Sie meinten, das wären alles Dinge, die sie nicht mehr brauchen …



So überkam uns Katzen eine unglaubliche Unruhe und wir wurden immer nervöser.

Parallel dazu fingen Barbara und Achim an, Mengen von Kartons mit ihren und schändlicherweise auch mit unseren Habseligkeiten zu befüllen. Alles war plötzlich anders und an unseren durchgetakteten Tagesablauf war überhaupt nicht mehr zu denken.


Dann kam der 04. November, der erste absolute Horrortag. Schon früh am Morgen kam ein riesiger Lastzug mit Anhänger und schlimmer noch, 5 wildfremde Männer tobten durch unser Haus und klauten alles was da in Kartons und Folien eingepackt war. Bis auf Eddy wurden wir alle im Keller „geparkt“ (Barbaras Worte). Wir hatten dort Liegeplätze, ein Klo und Verpflegung. Wenn jetzt aber jemand glaubt, dass uns das irgendwie gefallen hätte, der irrt sich gewaltig.



Unser Eddy hatte sich in seinen Karton auf dem Schrank verschanzt. Dieser Schrank wurde auch nicht abgebaut, - es hieß, der wird entsorgt. Das war Eddys Glück, denn sonst hätte er sicher einen Herzkasper bekommen.



So ging das fast den ganzen Tag, es war die Hölle. Dann, am späten Nachmittag wurde es ruhig und Barbara befreite uns aus dem Keller.

Leute, - ein Albtraum ist nix dagegen, - fast alles in unserem Haus war weg, einfach nicht mehr da, - und auch Achim, MEIN Achim war fort.

Alles und sogar Achim hatten uns verlassen, eine Katastrophe!


Achtundvierzig verwirrende Stunden später war er wieder da, nur unsere Sachen blieben verschwunden.

Den kommenden Tag hatten unsere Zweibeiner auch keine Zeit für uns, denn die fanden immer noch etwas im Haus, das eingepackt wurde.

Was ich ehrlich gesagt nicht verstanden habe, dass unsere doofen Transportboxen nach wie vor da waren. Jetzt mal ehrlich, die hätten eigentlich als erstes eingepackt werden müssen, oder?



Was ich nicht wusste, die besagten Boxen kamen einen Tag später zum Einsatz. Wir Fellnasen hörten immer nur wie es hieß … „spätestens um 9.00 Uhr fahren wir los“.


Ähmmm, - wohin bitte und warum wir alle?


Diese Zeitvorstellung relativierte sich dann doch ziemlich schnell, denn unser in Panik verfallener Eddy ist in einer wahren Kamikaze-Aktion auf einen der Hängeschränke in der Küche gesprungen und hat sich dort in der hintersten Ecke versteckt.

Da er noch niemals zuvor dort oben war, haben unsere Zweibeiner nahezu eine Stunde gebraucht, ihn dort zu entdecken und vorsichtig zum Aufgeben zu überreden.

Barbara war schweißgebadet und auch wir anderen Katzen waren total von der Rolle. Jetzt saß jeder von uns in einer Transportbox und wusste gar nicht mehr was los ist.


Dann wurden wir in die Autos verfrachtet. Ich durfte auf den Beifahrersitz in Achims Auto, hinten waren Max und Sina.

Eddy und Jonas kamen auf die Rücksitze in Barbaras Auto, - und dann verließen wir alle um punkt elf Uhr unser Zuhause.


Wie ich gehört habe, hat in Barbaras Auto unser Jonas so ca. eine Stunde lang das Requiem für unser Zuhause gesungen, in Achims Auto war das mein Part. Nur mein Requiem war deutlich länger. Irgendwann habe ich dann aber auch mit der Singerei aufgehört. Mein Achim hat mich zwischendurch immer mal gestreichelt und so ging es dann halbwegs.


Ich und mein Achim auf der Autobahn ...


Da vorne fahren Barbara mit Jonas und Eddy ...


Nach insgesamt fünf Stunden war die Fahrt beendet und wir wurden in unseren Boxen in ein Haus getragen, das wir noch nie gesehen hatten, das aber trotzdem irgendwie nach uns roch. Die Boxen wurden geöffnet und die Neugier war dann doch größer als die Skepsis. Selbst Eddy machte einen Rundgang, verschwand dann aber ziemlich zügig auf einem neuen Schrank, auf dem mittlerweile auch sein heißgeliebter „Ich-will-mich-verstecken“-Karton stand.

Wir anderen platzten bald vor positiver Aufregung und Wiedersehensfreude mit all unseren vermeintlich geklauten Möbeln und Kartons, … und mächtigen Hunger hatten wir auch. Ja was soll ich sagen, auch in diesem „fremden“ Haus hat unser Futter genauso geschmeckt wie immer.


Das ist derzeit mit Lieblingsplatz ...


Die nächsten 10 Tage waren wir nur im Haus, hatten aber genug damit zu tun alles zu erkunden und die vielen Fenster einzuordnen, ganz unter der Prämisse … wo sieht man was, wo sieht man die interessantesten Dinge und wo kann man ganz dolle beobachten und hat dabei noch ein warmes Hinterteil.

Außerdem hatte Sina viel damit zu tun, der Barbara beim Einrichten zu helfen. Zum Glück bin ich keine von diesen Hausmütterchen.


Wenn ich jetzt von „wir“ spreche, dann handelt es sich um mich, Sina und teilweise auch um Max. Jonas und Eddy sind jetzt nicht wirklich die großen Entdecker, sie sind eher in der Nacht aktiv.


Küchen-Impressionen mit Sina

Hier mal ein paar Fotos vom abendlichen Faul-Getümmel in Kartonhausen ...


Seit nunmehr 14 Tagen dürfen wir in den Garten. Boah, - das ist jetzt wirklich mal ein Garten. Unser bisheriges Freigehege war dagegen ein Blumentopf. Leider hatten wir bisher hauptsächlich ziemlich nasses und stürmisches Wetter und im Gegensatz zu Barbara, die das richtig toll findet, sind wir davon keineswegs begeistert.

Vielleicht könnte jemand mal Gummistiefel für Katzen erfinden, hier in Ostfriesland können wir die nämlich wirklich gebrauchen.


Unser Max, der in seinem Leben noch nie einen wirklich großen Baum gesehen hat, hat sich vor einer Woche in eben solch einen „hinein“ begeben. In drei Meter Höhe ist ihm dann aufgefallen, dass er keine Ahnung hat, wie katz da wieder runter kommt. Abends um 20 Uhr bei Sturm und Regen haben mein Achim nebst Barbara und einer Leiter den völlig verzweifelten und weinenden Max aus diesem riesigen Wacholderbaum (?) herausgepflückt. Sein erster Weg führte schnurstracks zum Futternapf, der Weg meiner Leute zu den nächsten Handtüchern …


Also ich spar mir das fürs Frühjahr auf, es macht doch viel mehr Spaß, die Menschen mitten in der Nacht aus den Betten zu „jammern“, wenn katz in den Baumwipfeln hockt.


Noch haben wir keine Katzenklappe. Der Glaser hat es in mittlerweile 3 Monaten nicht geschafft das Ding einzubauen. Barbara und noch mehr Achim sind mittlerweile mehr als genervt, wenn wir alle 5 Minuten raus oder rein wollen (selbstverständlich jeder einzeln für sich).


 

Ach ja, letzten Sonntag hatten wir auch schon unseren ersten Besuch. Mazitos und Zoras Eltern waren hier mit ganz vielen Mitbringseln. Was mein Herz aber besonders berührt hat, - Mazito hat für mich einen Keks gebacken (und den darf meine verfressene Barbara auch nicht aufessen), auf dem Keks steht mein Name und manchmal gönne ich mir einen kurzen Schlecker über den Namenszug. Hmmm, das schmeckt vielleicht …

 


Heute sind wir seit genau 4 Wochen hier und leben nach wie vor zwischen Kartons und das wird auch vorerst so bleiben. Die Zweibeiner brauchen neue Schränke ect. und das dauert halt seine Zeit. Gardinen haben wir auch keine, - Barbara hat keine Ahnung wie sie es denn dann mal haben will. Ich hoffe ihr fällt nichts ein, denn wozu braucht katz Gardinen, - überhaupt jetzt, wo wir eine so tolle Aussicht haben?


Abschließend kann ich auf alle Fälle schon mal sagen … uns gefällt es hier super gut. Unsere Leute haben im Haus und Garten noch mächtig was zu reparieren, zu verändern usw., aber das hat ja mit uns nichts zu tun.


Wollen wir wieder zurück ins alte Haus?          NÖH, NEVER EVER …


 

Jetzt wünschen wir Euch allen noch

einen schönen Adventssonntag.

Genießt ihn ...


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Kommentare: 6
  • #1

    Casper & Samson (Sonntag, 06 Dezember 2015 15:44)

    Liebe Lolle,
    mit viel Spannung haben wir Euren Umzug verfolgt....mehr Aufregung geht ja fast nicht ;-)
    Wir wünschen Euch allen in Eurem neuen Zuhause allezeit Wohlbehagen, Glück und Gesundheit!
    Deine Freunde aus dem Sperkenländchen ☺

  • #2

    Sissy und Freunde (Sonntag, 06 Dezember 2015 17:22)

    Liebe Lolle,
    Schön, dass Ihr alle nun gut angekommen seid in Eurem neuen Zuhause.
    Wir wünschen Euch von Herzen Gesundheit, Freude und Glück im neuen Heim

    Eure Freunde aus Zwickau

  • #3

    Gucci-Familie (Sonntag, 06 Dezember 2015 17:57)

    Wir wünschen Euch und Euren lieben Menschen alles Gute im neuen Zuhause, Gesundheit und Glück und immer eine schöne Zeit :)
    Eure Freunde aus dem fernen Vogtland

  • #4

    Jerry (Sonntag, 06 Dezember 2015 20:12)

    Alles Gute im neuen Heim. :)

  • #5

    Andor (Sonntag, 06 Dezember 2015)

    Ja, es ist geschehen. Mit Wehmut habe ich den Verlauf mitverfolgt. Ich kann gar nicht hinschauen, wie meine kleine Lolle in der Transportbox sitzt und 5 Stunden im Auto verbringen muss. Ich hab gleich ein kleines Wehmuts-Lied gesungen. Aus lauter Anteilnahme.
    Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich jedoch vernommen, dass ihr Euch in Eurem neuen Heim wohl fühlt und nicht mehr in die alte Heimat zurück möchtet.
    Dann hat alles seinen Grund und dann ist aller Schmerz umsonst.
    Aus der Ferne - ein Schnurren und ein Köpfchenreib an Euch alle. Im Herzen und in Gedanken sind wir ganz nah.
    Andor und Anhängsel
    *wink*

  • #6

    Gregor Und Bernie (Dienstag, 08 Dezember 2015 15:12)

    Liebe Lolle und Familie, wir freuen uns dass es Euch dort so gut gefällt und dass ihr den Umzug unbeschädigt an Leib und Seele überstanden habt. Jetzt wird es aber Zeit für Euch, Euch ganz lieb bei Barbara und Achim für die viele Arbeit und das schöne neue Zuhause zu bedanken. Oder habt ihr das etwa schon gemacht? Wir wünschen Euch allem Stress eine trotz allem schöne Vorweihnachtszeit und grüßen herzlich aus Berlin-Steglitz.
    Bernie und Gregor