7 Jahre Freigehege

März 2009 - Bau unseres Freigeheges

Als im März 2009 die ersten zaghaften Frühlingsdüfte durchs Haus huschten, begann die Zeit der Unruhe, und vier Fellnasen haben uns ganz schnell davon überzeugt, dass es eine Frechheit von uns wäre, wenn wir ihnen nicht unsere Terrasse zur Verfügung stellen würden. Um dem noch etwas mehr Nachdruck zu verleihen, wurden die Scheiben der Terrassentür ständig mit möglichst nassen Pfoten bearbeitet – und der Putzlappen hatte kaum noch eine Chance, sich einmal auszuruhen.

 

Um ehrlich zu sein, unsere Terrasse war bis dato keine wirkliche Augenweide. Dicht umrahmt von einer mehr als 2 m hohen Kirschlorbeerhecke machte sie eher den Eindruck eines grünen Knastes.

Das Fellquartett hatte uns somit ziemlich schnell überredet, und es ging zuerst einmal der Hecke an den grünen Kragen. Am Abend sah es dann so aus:

Nun war die Überlegung, dass das zukünftige Freigehege auch von außen zu betreten sein sollte. Wir hatten Glück und ergatterten ein Gartentor mit Rosenbogen für einen akzeptablen Preis.

Dieses Tor wurde auf eine Betonplatte geschraubt und im Boden verankert. 

Mittlerweile war auch das bestellte Netz eingetroffen (25 x 3 m - 3 cm Maschen in schwarz mit einseitig gefasstem Rand). Wir haben dieses Netz bei einem Hersteller in Lübeck gekauft, den wir nur wärmstens empfehlen können. Es ist schon erstaunlich, was allein der Begriff „Katzennetz“ kostet, denn dieses Netz war vergleichsweise wirklich günstig, aber es ist eben NUR ein Netz (Fischernetz), kein KATZEN-Netz. Nebenbei bemerkt ist sogar die Qualität bei weitem besser als die der überteuerten Katzennetze.

Jetzt ging es kräftig in die Vollen, - als erstes wurden 10 Pfostenhülsen (60 cm lang) in den steinharten Lehmboden gerammt, dann wurden die 240 x 7 cm Kanthölzer aufgestellt und in den Hülsen mit schweren Schrauben gesichert.

Nun war das Netz an der Reihe. Wir haben es an jedem Pfosten erst einmal angetackert und später darüber dann eine halbrunde Leiste geschraubt.

Vor dem Netz (innen) haben wir ca. 5 cm des Bodens entfernt, den Überstand des Netzes nach innen genommen und die entfernte Erde dann darauf verteilt. Darüber haben wir Rundhölzer gelegt und durch diese hindurch ca. 40 cm lange Metallstangen in die Erde getrieben. So ist das im Boden verlegte Netz optimal gesichert. Zudem wird später das Wurzelwerk des Grases bzw. der Pflanzen eine weitere Verankerung bilden.

Jetzt galt es noch, das Gartentor zu vernetzen und gleichzeitig in das gespannte große Netz sicher zu integrieren. Dazu eignen sich hervorragend kleine schwarze Kabelbinder, - es ist zwar eine Fummelarbeit, aber wir wussten ja, für wen wir das machten.

 

Nun waren die größten und aufwändigsten Arbeiten erledigt ... und der Moment gekommen, den schon sooooo ungeduldigen Fell-Herrschaften ihren neuen Spielplatz zu übergeben.

Eddy war der Erste ...

Lolle konnte es kaum fassen ...

Max und Jonas waren so aufgeregt, dass sie es offenbar nicht mehr zum Klo geschafft haben, also musste man sich so behelfen.

Aus den restlichen Rundhölzern haben wir dann noch einen Kletterbaum gezimmert und Pünktchens uraltes Häuschen mit Kratzbaum reaktiviert.

Es wurden noch großzügig Rasensamen verteilt und nun war alles wohl so weit fertig.

 

Dachten wir zumindest, bis uns Lolle ziemlich schnell die Lektion erteilte, dass es für ein wissbegieriges und reisefreudiges Katzenmädel alles andere als eine Schwierigkeit ist, einen 2,40 m hohen Holzpfosten zu überwinden. Wir hatten zwar vorher schmale, leicht überragende Metallscheiben oben auf den Pfosten befestigt, aber die haben Lolle nicht abhalten können.

Also war eine Lösung des Problems dringend erforderlich. Wir hatten dann DIE Idee schlechthin und haben oben an den Pfosten eine Art Netzsack angebracht. Wir dachten, dass Fräulein Lolle so keinen Halt mehr findet.

Das war natürlich wieder ein Irrtum, - wenn man so kleine und geschickte Pfötchen hat, dann ist es ein Leichtes, durch die Maschen durch zu greifen:

... und tschüss“ sagte die Lady!

Es dauerte einige Zeit bis wir die junge Dame wieder in unserer Obhut hatten.

Bereits am nächsten Tag wurde jeder Pfosten mit einem Winkel versehen und das Netz über diesen herüber verlängert.

Ganz unter dem Motto: Der Mensch wächst an den Aufgaben, die ihm von kleinen, frechen und cleveren Katzendamen gestellt werden.

... und nun waren wir diejenigen, die mit einem schadenfrohen Gesichtsausdruck Lolles Aktivitäten beobachteten ...

Im Verlauf der nächsten paar Wochen entstanden noch zwei "Örtlichkeiten", die gerne genutzt werden, anfangs als Buddelkästen, mittlerweile allerdings so wie wir uns das gedacht haben:

Sandkasten fürs kleine, Erdbottich fürs große Geschäft

- na ja, manchmal auch umgekehrt ...

Im September haben wir das Projekt "Freigehege" mit dem Einbau einer Katzenklappe abgeschlossen.

 

Seither ist unsere Pförtner-Tätigkeit beendet.

 

Wenn sich die Pelzfamilie jetzt noch das "Pfoten-Abtreten" angewöhnen würde, wäre auch unsere Welt in perfekter Ordnung.

 

Aber ganz offenbar interessiert das niemanden so wirklich ....