Pünktchen

05. Mai 1988 bis 16. April 2008

Du kannst Tränen vergießen,

weil sie gegangen ist.

Oder Du kannst lächeln,

weil sie gelebt hat.

Du kannst die Augen schließen und beten,

dass sie wiederkehrt.

Oder Du kannst die Augen öffnen

und all das sehen, was sie hinterlassen hat.

(Autor unbekannt)

Pünktchen war wohl ein ganz besonderes Exemplar unserer Art, jedenfalls sagen das unsere Menschen.

Meine Barbara hatte einige Jahre mit ihr mehr oder weniger alleine in Oberbayern gelebt, und da hat sich zwischen den Beiden eine sehr innige und tiefe Verbundenheit entwickelt.

 

Ob Ihr es nun glaubt oder nicht, in Pünktchens letzten vier Lebensjahren haben Barbara und sie ganz ohne Worte miteinander kommuniziert. Pünktchen war mittlerweile so taub geworden, dass sie selbst Silvester völlig teilnahmslos und gelassen verbringen konnte (beneidenswert ...).

In der Zeit entwickelte sich das Phänomen, dass Pünktchen auf das reagierte, was Barbara dachte ... egal, ob es sich um den Ruf zum Essen handelte, um ein Leckerli zwischendurch, oder die Aufforderung, bei schönem Wetter mal nach draußen auf den Balkon zu gehen.

Barbara dachte es, und spätestens zwei Minuten später kam Pünktchen aus ihrem Schlafzimmer am anderen Ende der Wohnung.

 

Erst dachte Barbara, dass sie sich da irgend etwas einbildet, aber im Laufe der Zeit wurde diese Form der Kommunikation für beide völlig normal, und da sie eh der Meinung ist, dass man nicht für alles so unbedingt eine Erklärung braucht, hat sie es so genommen wie es war.

 

Man kann sich vorstellen, dass Barbara und Pünktchen ein ganz besonderes Gespann waren, Topf und Deckel sozusagen.

 

Als Pünktchen schwer an HCM erkrankte, keine Therapie mehr half und feststand, dass sie innerhalb der nächsten 48 Stunden qualvoll ersticken würde, kam auf Barbara und Achim die wohl schwerste Entscheidung zu. Sie wissen, dass es keine Alternative gab, aber da sich Pünktchen vor dem letzten Gang zum Tierarzt im Rahmen ihrer doch sehr eingeschränkten Möglichkeiten heftig wehrte, kann sich vor allem Barbara nicht von einem schlechten Gewissen befreien und macht sich heute noch Vorwürfe.

Wahrscheinlich ist das völlig normal, - aber es ist sicher nicht gut.