Deux Concierges für eine Katze

Achims Erfahrungen mit Tieren beschränkten sich bisher auf unseren Rammi, den wir heiß und innig liebten, ich dagegen konnte zusätzlich auf jahrzehntelange Erfahrung mit Hunden und kleineren Gesellen wie z.B. Hamster zurückgreifen. Da dürfte es ja nicht wesentlich anders sein, wenn man nun ein kätzisches Familienmitglied hatte.

 

Dachten wir jedenfalls …

 

bis nur wenige Tage nach unserem Einzug jemand nachts außen auf der Fensterbank unseres Schlafzimmers ein „Perkussion Konzert für 2 Pfoten und 1 Vokalstimme“ zum Besten gab:

 

Forderndes Kreischen, im Einklang mit auf Glas trommelnden Pfoten sorgte für ein überaus schnelles Erwachen.

 

Pünktchen wollte ins Haus, was normalerweise auch kein Problem gewesen wäre, denn die Tür zur Terrasse vorm Schlafzimmer hätte man auch noch im Schlaf öffnen können. Aber dieses Zimmer war nun mal für Pünktchen tabu, das war Rammis Reich.

 

Es hieß also aufstehen, Treppe nach unten, Hoftür öffnen, Pünktchen rufen und dann wie die Deppen im Nachthemd auf dem Hof stehen und darauf warten, dass diese, mittlerweile auf dem kleinen Dachvorsprung über dem Hof sitzende Katze, Anstalten machte herunter und ins Haus zu kommen. Beim ersten Mal ging es noch relativ zügig, beim zweiten und beim dritten Mal vielleicht auch noch, aber dabei blieb es nicht.

 

Wohlgemerkt, seit diesem ersten Weckruf inmitten der Nacht verging ab sofort keine Nacht mehr, in welcher wir nicht einmal im Nachthemd auf dem Hof standen …. usw. usw.

 

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass dieses Haus im Laufe der Jahrzehnte immer und immer mal wieder einen Anbau bekam und somit etwas „verschachtelt“ war, die ein oder andere freistehende Mauer sowie diverse kleine und größere Flachdächer auf verschiedenen Ebenen aufweisen konnte. Um das Haus herum standen zudem noch reichlich Bäume mit ausladenden Ästen.

 

Wahrlich ein Paradies für kletterfreudige Katzen, Marder und einmal sogar auch für einen Fuchs. Langweilig ging es auf diesen Dächern nie zu, jedenfalls nicht in der Nacht.

 

Pünktchen gefiel diese Art des nächtlichen Showprogramms, und sie sann auf eine für sie nicht minder spaßige „Erweiterung“ mit wechselnden Einlagen, deren Akteure wir zu sein hatten.

 

So kam dann die erste Nacht, in der sie offenbar total vergessen hatte, wie man nun vom kleinen Dach den Weg nach unten findet. Achim hing dann in der Kletterrose, streckte seinen zusehends zerkratzten Arm nach oben, und Pünktchen stieg über diesen dann höchst elegant nach unten. Da ich ein liebendes Eheweib bin, habe ich ihm in solchen Momenten immer „beigestanden“. Somit hatte Pünktchen immer ein "2 Personen Publikum". Jedenfalls hoffe ich das, denn die Vorstellung, dass uns jemand des Nachts beobachtet haben könnte, löst auch im Nachhinein ein gewisses Gefühl der Peinlichkeit aus.

 

Irgendwann war dann aber das Maß voll und die Deppen, die nachts im Nachthemd auf dem Hof standen, kauften eine KATZENKLAPPE ...